Ort: Dortmund
Datum: 22.08.2016
Preis: kostenlos
Dauer: 45 Minuten
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Nachdem der Sonntag für Arbeit herhalten musste, gab es am Montag noch einmal die Möglichkeit, kostenlos einer Nightwash-Show beizuwohnen.

Diese war im Rahmen der „HBF-Tour“ im Dortmunder Hauptbahnhof stationiert und wurde finanziert durch die Inhaber der Ladenlokale im Bahnhof. Auch wenn dies bereits vor Ort durch tosenden Applaus untermalt wurde, möchten wir auch von dieser Seite aus nochmal „Danke“ dafür sagen.

Horst Fyrguth
Horst Fyrguth

Auf dem Programm standen neben Moderator Horst Fyrguth die beiden Comedians Dagmar Schönleber und Jilet Ayse.

Zum Anheizen erzählte uns Horst Fyrguth einige Details aus seiner Kindheit und seiner Schulzeit auf der Waldorfschule und räumte direkt mit den üblichen Klischees auf oder bestätigte diese auf entsprechende Art und Weise (er kann seinen Namen tanzen!).

Dagmar Schönleber
Dagmar Schönleber

Danach betrat Dagmar Schönleber die Bühne, erklärte uns den Unterschied zwischen ihrer Herkunft Ostwestfalen und ihrer jetzigen Heimat, dem Rheinland. Außerdem gab sie zum Besten, wie es ist, wenn man die Stiefmutter einer Teenagerin ist, was dann in einem umgedichteten Lied „Mädchen“ (nach „Die Ärzte – Junge“) passend endete.
Schloss man die Augen, hätte wenige Meter vor uns auf der Bühne auch Carolin Kebekus stehen können. Ob es Absicht ist, dass Dagmar Schönleber so klingt und so redet, ob es „gut“ oder „geklaut“ ankommt, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.
Wir waren sehr angetan und können Dagmar Schönleber somit sicherlich empfehlen. Im Zuge weiterer Nightwash-Formate werden wir sie hoffentlich wiedersehen.

Anschließend ergriff noch einmal Horst Fyrguth das Wort und mit einem Einblick in seine Ehe und die damit verbundenen Probleme bereitete er das Publikum noch einmal vor für die dann folgende Jilet Ayse.

Jilet Ayse
Jilet Ayse

Man könnte sagen, Jilet Ayse ist genau das, was man in Gedanken sieht, wenn man sich arbeitsunwillige Hauptschüler ohne Schulabschluss mit Migrationshintergrund vorstellen soll.
Und auch ihr Programm begann damit, dass wir Deutschen uns wieder mehr paaren und vermehren müssen, damit es genug Arbeitende gibt, die ihr Hartz IV bezahlen.
Sicherlich mag das lustig sein, aber ausgerechnet vor einem jungen Publikum im Bahnhof, inmitten zahlreicher Arbeitsloser und Bettler, bekommen solche Aussagen noch einen ganz anderen Charme.
Natürlich hatte sie auch weitere „Probleme“ wie ihre Haare, ihr Dasein unter vielen Geschwistern und ihren Überlebenstrieb inmitten unserer schwierigen Gesellschaft.
Insgesamt aber war ihr Programm doch eher der debilen Unterschicht zugeschrieben, was man auch an den ständigen, proletenhaften Anmaßungen türkischer Sprach-Fragmente messen konnte, als wirklich dem Genre „Comedy“. Zwar kam dies insbesondere bei den ganz jungen Zuschauern eher gut an, die zögerliche Zurückhaltung der älteren Zuschauer war aber deutlich spürbar. Sicherlich mögen dort einige denselben Wunsch gehabt haben: „Mehr Kinder ist ja in Ordnung, solange sie nicht so enden!“
Die Mehrheit der vielen hundert Zuschauer war allerdings sehr jung und somit schafften sie es, Jilet Ayse zu einer kurzen Zugabe zu bewegen.

Dennoch war es durchaus interessant, auch mal Stand-Up zu sehen, den man nicht ausschließlich lustig findet oder mit dem man sich nicht unbedingt identifiziert.

Für eine kostenlose Dreiviertelstunde (von den Parkgebühren mal abgesehen) war es aber insgesamt keine schlechte Entscheidung, zum Hauptbahnhof zu fahren.

Verabschiedung nach dem Auftritt
Verabschiedung nach dem Auftritt
Nightwash – HBF Tour
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